Tierhalterhaftung.de

Recht der Haltung von Nutztieren, Tierzucht und der Haustiere.

Tierhalterhaftung und VerkehrTiergefahr und Verkehr

Tier und Kraftfahrzeuge werden vom Recht als besondere Gefahrenquelle bewertet. Die Haftung unterliegt jeweils besonderen Regeln und Annahmen bzw. Beweiserleichterungen (z. B. "Fiktionen").

Besonder häufig ereignen sich Unfälle mit Tieren im Stadtverkehr

  • bei unbeaufsichtigten Tieren
  • bei unzureichend beaufsichtigten oder
  • entlaufenen Tieren

außerorts

  • bei Wildwechsel (z. B. in der Brunftzeit)
  • bei Fahrzeugen auf Wald- und landwirtschaftlichen Wegen.

Urteile zu Tieren und Tierhaltung bei Unfällen im Verkehr

Ausgebrochene Pferde

"Schadensersatz und Schmerzensgeld aus einer Kollision mit einem Pferd (...)

Das Pferd und das Muli der Beklagten zu 1. stießen mit dem Fahrzeug des Klägers zusammen. Das dritte Pferd kollidierte nicht mit dem Fahrzeug. Der Kläger wurde bei dem Unfall schwer verletzt; er erlitt eine Querschnittslähmung in Form einer Tetraplegie. (...)

Die Beklagten zu 2. und 3. haben mit dem Umsetzen des Zauns das Ausbrechen der Pferde ermöglicht. Zwar gingen sie dabei insoweit sachgerecht vor, als sie die Litzendrähte gespannt hielten. Doch bildete der Weidezaun, der zu diesem Zeitpunkt keinen Strom führte, keinerlei optische oder massive, noch eine elektrische Barriere, die die Pferde am Ausbrechen hindern konnte. Die beiden Beklagten hatten, wie der Vorfall zeigt, nicht die Kraft, der anstürmenden Traberstute der Beklagten zu 1. standzuhalten. Der Beklagten zu 3. wurde der Pfosten, den sie versetzen wollte, aus der Hand gerissen. Die Beklagten ließen den Zaun los und die beiden anderen Tiere flüchteten ebenfalls. (...)

aus: OLG Koblenz, Urteil vom 16.04.2012

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Unangeleinter Hund (auf Feldweg)

Dagegen steht der Klägerin wegen der aufgrund des Todes des Hundes erlittenen psychischen Beeinträchtigungen kein Anspruch auf Schmerzensgeld und Schadens­ersatz zu. (...)

aus: OLG Köln, Urteil vom 16.03.2011

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Fußgänger-Sturz duch tollende Hunde

Schadensersatz, typische Tiergefahren beim Hund

"Die Tierhaltereigenschaft des Beklagten ist unstreitig. Ebenso unstreitig ist, dass der Hund des Beklagten ein Haustier ist, das nicht dem Berufe, der Erwerbstätigkeit oder dem Unterhalt des Beklagten zu dienen bestimmt ist.

bb) Dadurch, dass, ausgehend von der Darstellung des Beklagten, beide Hunde der Parteien auf den Pfiff des Beklagten auf die Parteien zugelaufen sind, hat sich eine vom Hund des Beklagten ausgehende typische Tiergefahr verwirklicht.

Typische Gefährdungssituationen sind das Anspringen und Beißen der Hunde und beispielsweise auch ein Ausweichen eines Radfahrers vor einem Pferd, das den Weg versperrt (...). Soweit die Klägerin durch den Hund des Beklagten umgerannt worden ist, ist dieses Verhalten vergleichbar mit dem Anspringen durch einen Hund, also Ausdruck der Unberechenbarkeit tierischen Verhaltens."

aus: OLG Oldenburg, Urteil vom 04.02.2002

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